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Ernährung Getreide - gesund oder ungesund?

Getreide – gesund oder ungesund?

Themenübersicht

  1. Getreide – gesund oder ungesund?
  2. Getreide – Nährstoffbestandteile
  3. Getreide – sauer oder basisch?
  4. Getreide – sauer oder basisch anhand von Nährstoffen
  5. Die Ursprünge des Getreides
  6. Getreideanbau heute und früher
  7. Ernährung Getreide – ja oder nein?
  8. Ernährung Getreide – Umsetzung im Alltag

1. Getreide – gesund oder ungesund?

Getreide macht dick, es übersäuert, es sind reine Kohlenhydratbomben und man sollte es daher nur in geringen Mengen verzehren. Nicht selten sind das die Aussagen in den heutigen Ernährungsberatungen.

Im Beitrag Gesunde Ernährung wurde bereits über die wichtigsten Ernährungsregeln für eine gesunde Ernährung geschrieben.

Heute soll es mal spezifisch um ein Thema gehen, was sehr häufig missverstanden wird, nämlich dem Getreide.

Ich selbst kenne es aus Schulungen, dass man Getreide zuschreibt, es wirke sich im PH-wert des menschlichen Körper sauer aus und bestünde ja zum größten Teil auch nur aus Kohlenhydraten.

Ohne Wenn und Aber ist eine getreidereiche Ernährung also ungesund für den menschlichen Körper.

Aber ist es denn wirklich so?

Um das zu verstehen, geht es in diesem Beitrag um die Nährstoffbestandteile, die Ursprünge des Getreides, den heutigen Anbau des Getreides und die Verarbeitungsweisen des Getreides.

2. Getreide – Nährstoffbestandteile

1. Getreide - Kohlenhydrate

Kohlenhydrate werden oft als ungesund oder nur in geringen Mengen als empfehlenswert angesehen.

Ganz wichtig ist hierbei zu unterscheiden, ob sie in kurzkettiger Form, wie beispielsweise beim industriellen Zucker und bei Weißmehlprodukten aufgenommen werden oder als langkettige Kohlenhydrate in Form von Kartoffeln oder Vollkornprodukten.

Langkettige Kohlenhydrate liefern langfristig Energie und führen nicht zu einem kurzzeitig starkem Anstieg des Blutzuckers.

Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Kohlenhydrataufnahme und Energievebrauch durch Bewegung oder mentaler Beanspruchung, wirken sich Kohlenhydrate keineswegs negativ auf die menschliche Gesundheit aus.

2. Getreide - Fette

Getreide enthält ungesättigte Fettsäuren. Fette sind esentiell für die Gesundheit. Eine stark fettreduzierte Ernährung führt insbesondere zu Schäden im Bereich Leber/Galle.

Unbedingt vermeiden sollte man jedoch Transfettsäuren und große Mengen Omega 6 Fettsäuren.

Beides ist im Getreide nicht vorhanden.

3. Getreide - Eiweiße

Getreide enthält viel pflanzliches Eiweiß mit bereits bioverfügbaren Aminosäuren.

Aminosäuren sind die Bausteine des Lebens. Sie sind absolut überlebensnotwendig und werden beispielsweise zur Produktion von Hormonen und Enzymen oder zur Muskel- und Nervenregeneration benötigt.

Eine Sonderstellung nehmen hingegen sehr gluteenreiche moderne Getreidearten ein. Zur Verwertung dieses Eiweißes benötigt man eine sehr gute Darmfunktion oder eine Sauerteigaufbereitung.

4. Getreide - Ballaststoffe

Ballastoffen schrieb man früher eine völlig unbedeutende Stellung in der menschlichen Ernährung zu. Tatsächlich haben Sie keine essentielle Bedeutung, wie beispielsweise die Aminosäuren.

Dennoch sind sie sehr wichtig für die menschliche Gesundheit. Sie wirken regulierend auf den Blutzucker. Weiterhin fungieren sie als Sattmacher und verhindern damit, dass man abnormale Mengen an Kohlenhydraten zu sich nimmt.

Zudem schaffen sie ein positives Millieu für die Vermehrung und den Fortbestand gesundheitsfördernder Bakterien.

Sehr ballaststoffreich sind Gemüse und Vollkornprodukte. Dagegen ballaststoffarm sind stark verarbeitete Getreideprodukte.

5. Getreide - Vitamine

Vor allem die Ursprungsgetreide sind sehr vitaminreich. Erwähnenswert ist hierbei, dass nicht nur ein oder 2 Vitamine in großer Menge, sondern eine enorme Breite an Vitaminen, insbesondere der Vitamin B Komplex vorhanden ist.

In den Industrieländern ist ein Vitaminmangel stark verbreitet. Neben dem sich zunehmend reudzierendem Nährstoffgehalt von Lebensmitteln führen u.a. verschiedenste Umweltgifte, negativer Stress, Schlafmangel und Leistungssport zu solchen Mangelerscheinungen.

Die Ursprungsgetreide, in einer nicht stark verarbeiteten Form, können diese Versorgungslücken deutlich reduzieren.

6. Getreide - Mineralien & Spurenelemente

Calciumpräparate, Eisentabletten oder Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium sind mittlerweile weit verbreitet. Häufig wird dabei auch noch auf schlecht verwertbare Formen in Drogeriegeschäften und Supermärkten zurückgegriffen.

Verschiedenste Mineralien und Spurenelemente sind im Getreide in teils großen Mengen enthalten.

Neben ganz individuellen Funktionen im menschlichen Körper wirken sie basisch auf den PH Wert des Menschen.

Starke Übersäuerungszustände sind in den Industrieländern allgegenwärtig mit katastrophalen Folgen für unsere Gesundheit.

Es ist daher sehr wichtig dem Körper ausreichend bioverfügbare Mineralien und Spurenelemente zuzuführen und Faktoren, die zu einer Übersäuerung führen, zu reduzieren.

7. Getreide - Enzyme

Vollkorngetreide in ursprünglichen Formen verfügen über einen hohen Enzymgehalt, der essentiell für die Verwertbarkeit und die Verträglichkeit von Lebensmitteln ist.

Um diesen Enzymgehalt zu erhalten, sollte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Überdüngung und starke Verarbeitung von Getreide vermieden werden.

8. Getreide - Sekundäre Pflanzenstoffe

Jeder kennt Kohlenhdrate, Fette oder Vitamine. Sekundäre Pflanzenstoffe sind bei vielen Menschen jedoch unbekannt.

Dabei sind sie ebenso essentiell, wie beispielsweise die Aminosäuren. Die verschiedensten sekundären Pflanzenstoffe besitzen ganz individuelle Funktionen im menschlichen Körper.

Insbesondere die Phytohormone wurden bereits in einigen anderen Beiträgen, in Bezug auf die Hormonproduktion, erwähnt.

Ein Mangel an Geschlechtshormonen führt zu einer starken Reduktion der allgemeinen Leistungsfähigkeit und stellt eine enorme Gefahr für die Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen dar.

Der Mensch sollte daher neben hochwertigen Vollkornprodukten auch wieder mehr Wildpflanzen und Kräuter verzehren.

3. Getreide – sauer oder basisch?

Fast alle Quellen ordnen Getreideprodukte der Kategorie sauer zu, einige wenige je nach Art des Getreideprodukts als neutral.

Ich komme bei dieser Frage zu einem komplett anderen Ergebnis. Für mich zählt Getreide ganz klar zu den basischen Lebensmitteln. Aber wie komme ich zu dieser Annahme?

Meist werden keine eigenen wissenschaftlichen Bemühungen mehr unternommen und bestehendes Wissen nur anhand von Quellen weiterverbreitet. Als Folge dessen setzen sich immer wieder wissenschaftliche Irrtümer durch und das teilweise über Jahrzehnte.

Eine ganz entscheidende Frage sollte man sich dazu stellen:

Was entscheidet denn eigentlich darüber, ob ein Lebensmittel sauer oder basisch wirkt?

1. Isst man ein Lebensmittel extrem hektisch, kaut es nicht richtig oder macht 10 andere Dinge gleichzeitig, dann wirkt es sauer. Ganz egal, was man isst.

2. Wird ein Lebensmittel stark verarbeitet und massiv chemisch behandelt, dann wirkt es ebenfalls grundsätzlich sauer.

3. Welche Nährstoffbestandteile hat ein Lebensmittel.

Dazu möchte ich nochmal kurz auf die Nährstoffbestandteile des Getreides zurückkommen.

4. Getreide – Sauer oder basisch anhand von Nährstoffen

1. Kohlenhydrate

Langkettige Kohlenhydrate wirken pH Wert neutral auf den menschlichen Körper, wenn man sie nicht in Unmengen verzehrt.

Bei nicht stark verarbeiteten Getreide führt die Fülle der anderen Nährstoffe sehr schnell zu einem natürlichen Sättigungsgefühl und es ist daher nicht möglich diese Unmengen an Kohlenhydraten zu verzehren.

2. Fette

Die meisten Fette wirken ebenfalls neutral auf den menschlichen Körper. Ausgenommen hiervon sind größere Mengen Omega 6 Fettsäuren, grundsätzlich die Transfettsäuren und in sehr großen Mengen auch die gesättigten Fettsäuren.

All das findet sich in Getreide nicht.

3. Eiweiße

Aminosäuren sind ebenfalls pH neutral, nur einige wenige wirken entweder leicht sauer oder leicht basisch.

Eiweiß hingegen, was nicht in seine Aminosäuren aufgespaltet wird, wirkt sauer.

Tierisches Eiweiß wirkt grundsätzlich saurer, als pflanzliches Eiweiß, da es schlechter vom Körper verwertet wird.

Getreide mit freien Aminosäuren und einem hohen Anteil gut verwertbarer pflanzlicher Eiweiße wirkt, rein aus dieser Perspektive, pH-neutral auf den menschlichen Körper.

Sehr gluteenhaltiges Getreide wirkt, rein aus der Perspektive des Eiweißes betrachtet, eher sauer und büßt dadurch einen Teil seines ansonsten eher basischen Nährstoffprofils ein.

4. Ballaststoffe

Ballaststoffe wirken neutral auf den menschlichen Körper, tendenziell wenn dann eher leicht basisch, aber auf keinen Fall sauer.

5. Vitamine

Vitamine wirken basisch auf den menschlichen Körper. Eine Ausnahme hiervon stellen nur synthetisch hergestellte Vitamine dar.

Vor allem die Ursprungsformen des Getreides besitzen einen sehr hohen Vitamingehalt.

6. Mineralien & Spurenelemente

Mineralien und Spurenelemente wirken stark basisch auf den menschlichen Körper.

Wichtig für die Aufnahmefähigkeit ist, dass man sie in organischer Form aus Lebensmitteln zu sich nimmt, in denen sie natürlich vorkommen.

Getreide ist ein ganz klarer Vertreter davon.

7. Enzyme

Enzyme kann man im direkten Sinne nicht der Kategorie sauer oder basisch zuordnen. Sie sind aber essentiell für die Verwertbarkeit der Lebensmittel und die Aufnahmefähigkeit von Nährstoffen.

Wenn Lebensmittel ultrahocherhitzt und stark verarbeitet werden, werden die Enzyme zerstört.

Naturbelassene Getreideprodukte wirken folglich basisch auf den menschlichen Körper, stark verarbeitete Getreideprodukte eher sauer.

8. Sekundäre Pflanzenstoffe

Sekundäre Pflanzenstoffe zählen definitiv auch zu den basischen Nährstoffbestandteilen.

In den ursprünglichen Getreidesorten sind deutlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, als in den modernen.

Folglich wirken sich die Ursprungsformen des Getreides, wie Emmer, Dinkel und Einkorn deutlich basischer auf den menschlichen Körper aus, als beispielsweise Weizen.

Im Beitrag  „Wann wirken Lebensmittel sauer und wann basisch?“ wird diese Thematik nochmal ausführlich behandelt.

Dabei sind übersichtlich alle Nährstoffe der Kategorie sauer, neutral und basisch untergliedert.

5. Die Ursprünge des Getreides

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass das moderne Getreide den Gräsern entspringt. Dieses ist über Jahrtausende zunehmend kultiviert, gezüchtet und weiterentwickelt worden sind, um den enormen Lebensmittelbedarf der Weltbevölkerung zu decken.

Daraus resultiert leider ein zunehmender Anstieg des Kohlenhydratanteils und ein starker Verlust vieler anderer Nährstoffbestandteile.

Der moderne Mensch beurteilt den Wert von Lebensmitteln an der Menge und nicht an dem Nährstoffgehalt. Folglich ernährt er sich nicht nur sehr ungesund, sondern kauft auch Lebensmittel zu einem schlechten Preis-Leistungsverhältnis ein.

Beim Nährstoffgehalt von Getreide wies ich bereits darauf hin, dass ein extrem hoher Kohlenhydratanteil sich eher sauer auswirkt, selbst wenn diese in einer langkettigen Form vorliegen.

Moderne sehr ertragreiche Getreide wirken daher nur noch leicht basisch auf den menschlichen Körper, die Getreide Emmer, Einkorn, Dinkel und Co. dagegen sehr basisch.

6. Getreideanbau heute und früher

Vor einigen Generationen wurden die Felder noch mit dem Viehdung der eigenen Nutztiere gedüngt, die unter tierwürdigen Bedingungen gelebt haben und aufgrund der gesünderen Lebensbedingungen nicht mit Medikamenten behandelt worden sind.

Der völlig ausgeuferte Fleischkonsum der Weltbevölkerung hat zu einem massiven Anstieg der Massentierhaltung geführt. Die Folge ist die Überdüngung unserer Felder. Der Viehdung entspricht qualitativ nicht mehr dem aus einer artgerechten Tierhaltung und ist durch den Einsatz von Antibiotika und anderen Medikamenten chemisch belastet.

Diese Überdüngung führt zu einer Schwächung zellulärer Strukturen, wodurch diese immer anfälliger gegen Schädlinge werden.

Das hat wiederum dazu geführt, dass auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer höher geworden ist. Substanzen, die man täglich mit der Nahrung zu sich nimmt.

Die Langzeitfolgen chemischer Pflanzenschutzmittel sind verheerend und längst noch nicht vollständig erforscht.

7. Ernährung Getreide – Ja oder nein?

Um diese Frage nun abschließend zu klären, ist es entscheidend die aufgeführten Punkte zu berücksichtigen.

Stark verarbeitete Getreideprodukte in Form von Zucker und Weißmehl, denen also das gesamte Nährstoffprofil verloren gegangen ist, können eine große Gesundheitsgefahr für den menschlichen Organismus darstellen.

Weiterhin ist die moderne Landwirtschaft und der Einsatz von Planzenschutzmittel gesundheitlich durchaus bedenklich.

Eine fortschreitente Abnahme der Lebensmittelqualität und den Verarbeitungsweisen findet man aber nicht nur beim Getreide, sondern auch bei tierischen Lebensmitteln, Obst und Gemüse.

Solche Qualitätsverluste führen häufig dazu, dass bestimmte Nahrungsmittel grundstätzlich als ungesund eingestuft werden, obwohl sie das nicht sind.

Aufgrund des enorm hohen Nährstoffgehalts und der basischen Wirkung ist Getreide in seiner Ursprungsform ein sehr wichtiges Grundnahrungsmittel.

Man sollte dabei wieder mehr zu den Ursprungsformen des Getreides und einer konventionelleren Landwirtschaft zurückkehren. Weiterhin sollte man auf Getreideprodukte bei einem guten Privatbäcker zurückgreifen oder die Sache ganz einfach selbst in die Hand nehmen.

8. Ernährung Getreide – Umsetzung im Alltag

Seit vielen Jahren besitze ich eine Getreidemühle und einen Getreideflocker. Seitdem produziere ich selbst meine Getreideflocken und mein Brot nach traditioneller Sauerteigaufbereitung.

Experimente mit verschiedensten Gewürzen machen es zudem zu einem unbeschreiblichen Geschmackserlebnis.

Auch Rührkuchen, Eierkuchen, Mehlschwitzen als Basis von Soßen und  Nudelteig, werden aus meinem eigenen frisch gemahlenen Mehl gefertigt. Die Körner sind aus biologischen Anbau, frei von Pflanzenschutzmittel, von der Firma Schnitzer.

Optional besteht auch immer die Möglichkeit einfach mal im dirketen Umfeld zu schauen, ob es kleine Bauern gibt, die in biologischen Anbau Getreide anbauen.

Meine Getreidemühle ist von der Firma Komo. Die Komo Komomio ist eine elektrischen Getreidemühle mit ca. einem Kilo Fassungsvermögen und etwa 150-200 Gramm Feinmehl pro Minute. Der Mahlgrad kann ganz einfach verstellt werden und auch Hartgetreide, wie Mais kann problemlos gemahlen werden.

Für Großbäcker gibt es auch deutlich größere Modelle und für diejenigen, die auch bei Stromausfall nicht auf ihre Getreidemühle verzichten wollen, gibt es bei Komo auch eine Handmühle.